Modifizierter und aktualisierter Beitrag aus dem Buch "Ambulante und stationäre Therapie chronischer Schmerzen", herausgegeben von R. Le eser, ärztl. Dir. der Bad Mergen theimer Schmerzkliniken. Enke Verlag Stuttgart (Nov. 1995, 2. Auflage), ISBN 3-432-9932-1 * (Beurteilung im Deutschen Ärzteblatt, Heft 27, 5.7.1996: Ausgereiftes Handbuch der Schmerztherapie mit einem vorzüglichen pharmakologischen Überblick).
19
Kopfschmerzen
19.1
Hinterkopfschmerzen
19.2
Schläfenkopfschmerzen
19.3 Gesichtsschmerzen
Als Ges icht bezeichnet man die vom Gesich t sschädel und den aufgelagerten Weichteil en (Knorpel, mimische und Kau muskeln, Haut) gebildete Vorderfläche des Kopf es (n. Roche).
Systematik der Gesichtsschmerzen (chronische):
| 1. Primäre chronische Gesichtsschmerzen |
| - Id iopathische Trigeminus-Neuralgie |
| - Atypische Gesichtsschmerzen (persist ierende idiopathische Gesichtsschmerzen) |
| - Intermediusneuralgie |
| - Glossopharyngeusneuralgie |
| - Laryngeus-superior-Neuralgie |
| - Clus ter-ähnliche Synd rome |
| Sluder-Syndrom |
| Nasociliaris-Neuralgie (Charlin-Syndrom) |
| Neck-tongue-Syndrom (Nacken-Zungen-Syndrom) |
| 2. Sekundäre Gesichtsschmerzen infolge von |
| - intrakraniellen Ursachen |
| - extrakraniellen Ursachen / u.a. Costen Syndrom |
| (myofaziale Dysfunktion; myofaziales Schmerzsyndrom) |
| - systemischen Ursachen |
| - entzündlichen Ursachen |
| Neuralgie nach Herpes zoster (Postzosterische Neuralgie, Postzosterneuralgie) |
| Auriculotemporalis-Syndrom (aurikulotemporales Syndrom) |
| - anatomischen Ursachen |
| Processus-styloideus-Syndrom |
| - kardial bedingten Gesichtsschmerzen |
| - iatrogenen (= durch ärztliche Einwirkung entstandene) Gesichtsschmerzen |
Primäre Gesichtsschmerzen: Dieser Begriff bezeichnet Gesichtsschmerzen, die nicht als Symptom auf eine organische Grundkrankheit zurückzuführen sind und deshalb auch nicht kausal (= ursächlich) behandelt werden können. Die Diagnose "primäre Gesichtsschmerzen" ist erst dann definitiv, wenn alle möglichen Ursachen durch Untersuchungen ausgeschlossen wurden. Dies bedeutet, daß zum Ausschluß möglicher Grundkrankheiten verschiedene Fachbereiche an der Diagnosestellung beteiligt sein müssen.
Id iopathische
Trigeminusneuralgie:
Vom Prinzip her könnte bei diesen chronische
n Gesichtsschmerzen
der Zusatzbegriff "idiopathisch"
(= ohne erkennbare Ursache)
entfallen, da alleine die Zuordnung zu "primäre
Gesichtsschmerzen" eine fehlende oder zumindest uneinheitliche
Ätiologie (=
Krankheitsursache)
dokumentiert.
Das charakteristische
Schmerz
bild ist gekennzeichnet durch anfallsartige
Schmerzattacke
n mit maximaler Stärke und überwiegend kurzer Dauer (Sekunden). Der
Schmerzbereich deckt sich mit dem Ausbreitungsgebiet des betroffenen
Nerven
astes. Die
Schmerzanfälle
können auch durch physiologische, taktile (= den Tastsinn betreffende),
thermische oder propriozeptive
(= den Eigenreflex betreffende)
Reize ausgelöst werden. Häufige Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen)
sind Kauen, Sprechen oder bestimmte Gesichtsbewegungen, die
Berührung
bestimmter Hautareale, die Einwirkung von Wasser oder generell Kälteexposition.
Meistens sind Triggerpunkte bzw. Triggerzonen identifizierbar. In der Regel
tritt die
Schmerzattacke
streng einseitig auf (5% beidseitig) und überwiegend im 2. und 3. Ast (ca. 4% 1.
Ast) (Thoden 1987). Die Beschwerden treten oft periodisch auf,
schmerzfreie Intervalle sind häufig. Manchmal gehen die Attacken dieser
Gesichtsschmerzen auch in äußerst schmerzhafte längere Salven über.
Bei stärksten
Schmerzattacken
treten Zuckungen der
Ges
ichts
muskulatur
hinzu (Tic douloureux). Im Anfall ist die betroffene
Ges
icht
spartie meist leicht gerötet, bedingt durch den Sch
merz kann Tränensekretion ausgelöst
werden, was dann oft zur Verwechslung mit dem
Bing-Horton
-
Kopf
schmerz führt,
besonders wenn der 1. Ast betroffen ist. Im Unterschied zur
Horton Neuralgie treten die Attacken meist nur am Tage auf.
Bei der körperlichen Untersuchung sind die zugehörigen
Nerven
austrittspunkte oft druckschmerzhaft (bei ca. 60%). Das weibliche
Geschlecht und Patienten jenseits des 40. Lebensjahres erkranken häufiger.
Diagnostik: Ausführliche Anamneseerhebung (Schmerzanamnese)
(= Vorgeschichte),
neurologische Untersuchung, bei unklaren Befunden (z.B. neurologische Defizite)
zusätzlich Röntgenaufnahme der Schädelbasis und CT, u.U. auch
Kernspintomographie sowie Liquordiagnostik
(= Hirnwasseruntersuchung).
Die sekundäre Form (= kein eigenständiges Krankheitsbild sondern als Folge einer anderen Erkrankung) einer Tr igeminusneuralgie kommt in einer Häufigkeit von 3-5% bei der Multiplen Sklerose vor.
Medikamentöse Schmerztherapie bei
Trigeminus-Neuralgie:
Als Mittel der 1. Wahl gelten
Gabapentin oder Pregabalin und Carbamazepin als 2. Wahl. Die Dosierung soll langsam einschleichend
erfolgen. Diese sog. Antikonvulsive dürfen nicht abrupt abgesetzt werden,
sondern langsam ausschleichend über mindestens 10 Tage. Allzu schnelle Dosisreduktion oder abruptes Absetzen führen meist zu heftigsten Schmerzat
tacken. Bei ungenügender Wirkung können
300-400 mg Phenytoin, Lamotrigin oder 3-8 mg Clonazepam versucht werden.
Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva, kann auch das
zentral wirksame Muskelrelaxans Baclofen
(= im Gehirn / Rückenmark
wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) versucht werden. Die
Dosierung erfolgt einschleichend, z.B. Beginn mit 3x5 mg/d. In Kombination mit
Antikonvulsiva sollte eine Tagesdosis von 90mg nicht überschritten werden (Steardo
et al. 1984). Die Höchstdosierung gibt der Hersteller allerdings mit nur 75
mg an.
In der Regel sind bei diesen Gesichtsschmerzen peripher wirksame
Analgetika (=
Schmerzmittel)
ohne Nutzen, zentral wirksame allenfalls in hoher Dosierung (Gefahr einer
Schmerzmittelabhängigkeit).
Hin und wieder sahen wir einen schmerzlindernden Effekt bei der Gabe eines
Gemisches aus Uridin- und Dinatriumsalzen (Keltican®). Dosierung: 2mal
tgl. 1-2 Kps. zusätzlich 2mal wöchentlich eine i.m.-Injektion. Bei stärksten
Schmerzat
tacken mit statusähnlichem Charakter hat
sich die Verabreichung von Phenytoin als Kurzinfusion bewährt.
Zur Behandlung der
Trigeminusneuralgie
hat sich auch die
therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel)
(Le
ser
et He
fermann
1989 Schmerzk
linik Bad Mergen
theim) bewährt. Dabei werden je nach
individueller Wirkzeit 2-3 x täglich die betroffenen
Ges
icht
s
nerven
an ihren Austrittspunkten (Foramen supraorbitale, infraorbitale oder mentale)
mit ca. 1 ml Bupivacain 0,5% blockiert und die im Anfall dominanten Schmerzareale und Triggerzonen
flächenhaft mit ca. 2-3 ml Bupivacain infiltriert.
Eine Leitungsanästhesie der Nerven maxillaris und mandibularis kann auch durch
die Incisura mandibulae
(= Einschnitt im
Unterki
efer,
nahe am Ki
efergelenk)
hindurch mit jeweils ca. 2-3 ml Bupivacain (0,5%) erfolgen. Nächst höhere
Therapiestufen sind dann Blockaden des
Ganglion stellatum
oder
Ganglion cervicale superius
(= Schaltstellen im
unwillkürlichen Nervensystem im hinteren
Rachen
- bzw. seitlichen
Halsbereich) zu empfehlen,
letztere als
GLOA
(=
ganglionäre Opioidanalgesie),
wobei
statt einem
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel)
z.B. Buprenorphin verwendet.
Unter dieser konsequenten, täglichen Therapie kann dann eine bestehende
Carbamazepin-, Pregabalin- oder Gabapentin-Medikation langsam ausschleichend
reduziert werden, ohne daß heftige Schmerzat
tacken auftreten.
Neurochirurgische
Interventionsmöglichkeiten bei Tr
igeminusneuralgie:
Diese sollten bei chronische
n Gesichtsschmerzen nur
dann zum Einsatz kommen, wenn medikamentöse Behandlungsversuche erfolglos
bleiben. Nachteil der Elektrokoagulation
(= elektrische „Verkochung“)
des Gangl
ion Gasser
i
ist die relativ hohe Rezidivquote
(= Rückfallrate). Eine
gefürchtete Komplikation ist eine
Nervenläsion
(= Funktionsstörung) des ophthalmicus
(bis hin zur Erblindung). Durch Thermo- oder Kryokoagulation des Gangl
ion Gasser
i
treten insgesamt deutlich weniger Nebenwirkungen auf. Schmerzrezidive werden
allerdings auch bei dieser Methode mit 5-20 % angegeben (Siegfried
1977).
Retroganglionäre Wurzeldurchtrennungen, Traktotomie oder Thalamotomie
werden heute kaum mehr durchgeführt (Moebius et al. 1989). Obsolet
(= veraltet)
sind Exhairese
(= herausziehen)
oder Alkoholinjektionen peripherer Trigeminusäste (Diener et al. 1994).
Insgesamt gesehen hat sich in den letzten Jahren eine zunehmende Zurückhaltung
bei der Indikationsstellung zur operativen Behandlung durchgesetzt (Ausnahme:
Operation nach Janetta). Nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen haben
sich bei diesen Gesichtsschmerzen nicht oder nur ungenügend bewährt.
Chronische at
ypische Gesichtsschmerzen
(die korrekte Bezeichnung
lautet: anhal
tende bzw. persis
tierende
idiopathische Gesichtsschmerzen):
Dieser Begriff bezeichnet Gesichtsschmerzen, die zwar
vorwiegend im Bereich des Tr
igeminus, jedoch nicht streng paroxysmal
(= anfallsartig, also als
Gesichtsneuralgie)
auftreten. Die Schmerzregion ist in der Regel nicht mit dem
Ausbreitungsgebiet des mutmaßlich betroffenen Nervenastes identisch, nicht
selten sind auch beide Gesichtshälften betroffen. Es sind keine deutlichen
Triggermechanismen (=
Auslösemechanismen) vorhanden,
weshalb auch Triggerzonen meist fehlen.
Überwiegend klagen die Patienten mit atypischen
Gesichtsschmerzen über einen
Dauerschmerz bzw.
länger an haltende Schmerzsensationen, die sich aber auch anfallsartig verstärken
können. Häufig liegen bei atypischen Gesichtsschmerzen psychische Überlagerungen
vor (z.B. depressive Verstimmung, psychovegetative Labilität, neurotische
Verhaltensstörungen).
Häufig ist die körperliche Untersuchung völlig unauffällig. Teilweise
sind die korrespondierenden NAP
(= Nervenaustrittspunkte) (Foramen
supraorbitale, infraorbitale und mentale) druckdolent. Die Beschreibung der
Schmerzqualität ist uneinheitlich, teilweise wird brennend angegeben, teilweise
dumpf und drückend.
Zur Therapie chronische
r at
ypischer Gesichtsschmerzen können
wie bei der id
iopathischen Tr
igeminusneuralg
ie Antikonvulsiva
(= krampflösende Mittel)
(z.B. Carbamazepin, Gabapentin, Pregabalin) versucht werden, allerdings
fällt die Erfolgsquote geringer aus. Ähnliches gilt für die Verordnung von
Baclofen, auch in Kombination mit einem Antikonvulsivum.
Aus unserer Sicht heraus ist bei chronische
n, atypische
n Gesichtsschmerzen das Mittel der
Wahl eher ein
Antidepressivum. Vereinzelt sprechen die Beschwerden auf einfache
Schmerzmittel wie ASS oder Paracetamol an.
Manchmal hilft auch ein Gemisch aus Uridin- und Dinatriumsalzen (Keltican®).
Tri- oder tetrazyklische
Antidepressiva eignen sich auch zur
Schmerzprophylaxe
(=
Schmerzvorbeugung)
episodenhaft auftretender at
ypische
r Gesichtsschmerzen.
Zufriedenstellend wirksam ist die
therapeutische Lokalanästhesie mit lang wirkenden
Lokalanästhetika (z.B. Bupivacain 0,25-0,5%)
(= örtliches Betäubungsmittel).
Dabei werden 2-3 x täglich die betroffenen
Ges
icht
s
nerven
an ihren Austrittspunkten (Foramen supraorbitale, infraorbitale oder mentale)
blockiert, in hartnäckigen Fällen auch Leitungsblockaden (Nn. maxillaris
und/oder mandibularis) durch die Incisura mandibulae hindurch durchgeführt. In hartnäckigen Fällen kann auch bei dieser Indikation die Durchführung
von Gangl
ion cervicale superius- (als GLOA) oder
Stellatumblockade
n
(= Betäubung vegetativer
Schaltstellen im Rachen- oder seitlichen Halsbereich)
in engmaschiger Abfolge versucht werden.
Physikalische Therapiemaßnahmen wie Wärme- oder Kälteapplikation, aber auch
transkutane Nervenstimulationen können bei chronische
n, atypische
n Gesichtsschmerzen zur Linderung beitragen.
Operative Verfahren ((Elektrokoagulation
(= elektrische „Verkochung“)
des Gangl
ion Gasser
i oder Thermokoagulation)) sollten nur
dann in Erwägung gezogen werden, wenn höhergradige psychische Überlagerungen
auszuschließen sind.
Psychologische Interventionen: Hauptsächlich Entspannungstechniken,
Schmerzbewältigungstraining.
Intermediusneuralgie:
Diese Gesichtsschmerzen sind gekennzeichnet durch streng
einseitige, attackenförmig lanzierende Schmerzen im Bereich des äußeren
Gehörgangs mit Ausstrahlung in die Tiefe des
Ohr es, zum
Ges
icht,
bis hin zum
Gaumen
dach und
Oberkiefer. Häufig
strahlen die Beschwerden auch nach dorsal bis zum
Nacken aus. Oft
gesellt sich eine Hypersekretion
(= Überfunktion)
der Speicheldrüsen dazu.
Neben der id
iopathischen gibt es auch eine sym
ptomatische (=
als Krankheitsfolge)
Form bei
Herpes zoster des Gangl
ion geniculi, wobei auch eine
Fazialisparese (=
Gesichtslähmung)
auftritt.
Die Therapie der Wahl besteht bei einer
Intermedius-Neuralgie
in der Verordnung von Antikonvulsiva (Carbamazepin, Pregabalin oder Gabapentin
als erste Wahl). Erfolgversprechend ist auch eine Serie von
Stellatumblockade
n
(= Betäubung einer vegetativen
Schaltstelle im seitlichen Halsbereich).
Glossopharyngeusneuralgie:
Diese Gesichtsschmerzen sind gekennzeichnet durch streng
einseitige paroxysmal
(= anfallsartig)
einschießende, heftige Schmerzsensationen, die vorwiegend im Bereich des
Rachen
s, des weichen
Gaumen
s und des
Zunge
ngrundes auftreten, manchmal auch mit Ausstrahlung zum
Ohr hin oder in die
Zähne.
Eine weitere Ähnlichkeit mit der Tr
igeminusneuralg
ie besteht darin, daß oft
Triggermechanismen im Schmerzbereich vorliegen.
Die Diagnose ist einfach, wenn durch Spateldruck in der Tonsillenregion
(= Mandelregion)
ein typischer
Schmerzanfall
ausgelöst werden kann. Teilweise geben die Patienten an, daß auch durch Gähnen
oder ausgedehnte
Zunge
nbewegungen Attacken ausgelöst werden können.
Synkopen (= kurze
Bewußtlosigkeit)
und Herzstillstände sind beschrieben,
dürften jedoch äußerst selten sein.
Manchmal strahlen die Beschwerden zum Mastoid
(=
Knochen
hinter dem
Ohr) aus, was zur
Verwechslung mit der
Intermedius-Neuralgie
führen kann. Wie bei der Tr
igemi
nus-
Neuralgie kommen
auch schmerzfreie Intervalle vor.
Therapeutisch gelten bei der
Glossopharyngeus-Neuralgie
als Mittel der Wahl wieder Gabapentin oder auch Pregabalin.
Hilfreich, vor allem wenn die Attacken nicht so häufig auftreten, ist auch eine
Oberflächenanästhesie im hinteren
Rachenbereich
mit 2%igem
Xylocain® (= ein
mittellang wirkendes
örtliches Betäubungsmittel)
in Sprayform. Mittels des langen und dünnen Auslaßröhrchens können die einzelnen
Hübe ziemlich genau in den Triggerbereichen plaziert werden. Der Patient kann
die Anwendung ohne weiteres vor dem Spiegel erlernen. Bei einer solchen
Selbstmedikation muß wegen der Gefahr der Überdosierung die Anzahl der
Einzelhübe und der möglichen Gesamthübe eines ganzen Tages vorgeschrieben
werden. Da gerade im Schleimhautbereich mit einer raschen und zuverlässigen
Resorption gerechnet werden muß, ist diese Unterweisung besonders sorgfältig
durchzuführen.
Bei diesen Gesichtsschmerzen kann auch eine wiederholte
Infiltrationsanästhesie mit
Bupivacain 0,5%
(= lang wirkendes örtliches
Betäubungsmittel) versucht werden.
Der Einstich erfolgt am oberen bzw. ventralen Rand des vorderen
Gaumen
bogens, ca. 1-2cm neben der Medianlinie. Die Schwierigkeit dieser
Injektion besteht darin, daß die
Neuralgie des N.
glossopharyngeus insgesamt recht selten auftritt und deshalb Übung in
der Handhabung dieser Injektionstechnik selten erreicht wird. Außerdem ist die
Injektionsbehandlung für den betroffenen Patienten in der Regel so schmerzhaft,
daß sie nicht wie bei der
Trigeminusneuralgie
über 10-14 Tage hinweg 2x täglich durchgeführt werden kann.
Eine gute Therapiemöglichkeit bietet die
Stellatumblockade
(= Blockade einer Schaltstelle des unwillkürlichen
Nervensystems im seitlichen Halsbereich).
Die wiederholte Instillation von Procain, wie sie auch in neueren
Veröffentlichungen noch propagiert wird, muß zugunsten der lang wirkenden
Lokalanästhetika aufgegeben werden.
Vor neurolytischen (=
nervenzerstörenden)
Blockaden ist wegen der Gefahr der
Nekrosebildung (=
örtlicher Gewebstod)
und nachfolgender Infektion dringend zu
warnen. Nach Janetta (1967) können die neuralgischen Beschwerden durch
eine
Nervenkompression
durch die A. vertebralis
(= Schlagader an der Wir
belsäule)
entstehen, wobei sich eine operative Dekompression anbietet.
Laryngeus-superior-Neuralgie:
Diese
Schmerzerkrankung
sind gekennzeichnet durch heftige, attackenförmige Beschwerden, die in der Regel
sekundenlang (bis zu 2 Min) anhalten.
Die Beschwerden werden hauptsächlich im seitlichen Kehlkopfbereich verspürt,
nicht selten aber dominieren die Ausstrahlungen zum
Unterkiefer (Kiefer
winkel) bis zum
Ohr
läppchen oder
Gaumen und geben
dann zur Verwechslung mit der Glossopha
ryngeusneuralg
ie Anlaß. Es bilden sich typische Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen) wie
Schlucken, Sprechen, Husten oder starkes Gähnen aus.
Wie bei der Tr
igeminusneuralg
ie sind im Langzeitverlauf auch schmerzfreie Intervalle möglich. Die
Beschwerden treten streng einseitig auf. Der Nerv entstammt dem N. vagus
(= ein sog. Hirnnerv). Er tritt
seitlich durch die Membrana thyroidea hindurch, wo er einer örtlichen Betäubung
mit einem
Lokalanästhetikum zugänglich ist. In hartnäckigen Fällen wird man sich zu
Stella
tumblockaden
(= Betäubung einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen
Halsbereich)
entschließen. Ansonsten gilt bei der
Laryngeus superior-Neuralgie
als Mittel der Wahl wieder Gabapentin oder auch Pregabalin.
Synd rome die den Cluster-Kopfschmerzen ähnlich sind:
Ganglion pterygopalatinum-Neuralgie
(Sluder-Neuralgie,
Sluder-Syndrom):
Diese Gesichtsschmerzen sind charakterisiert durch
länger dauernde Attacken (bis zu 20 min, selten länger) die sowohl am Tage als
auch in der Nacht auftreten können.
Betroffen ist einseitig die Orbita
(= Augenhöhle), der innere
Augenwinkel und die
Nase
nwurzel, oft mit Ausstrahlungen zum
Oberkiefer,
Rachen
und
Ohr.
Als charakteristisch gilt ein anfallsartiger heftiger Niesreiz (Soyka
1989). Wie beim
Bing-Horton Syndrom tritt häufiger Tränen- und
Nase
nfluß auf.
Oftmals läßt sich das Schmerzbild als
Custer-Kopfschmerz
und
Zervikalsyndrom auflösen, so daß die S luder-
Neuralgie
als eigenständiges
Schmerzsyndrom
umstritten ist (Thoden 1987).
Nasociliaris-Neuralgie (Charlin-Syndrom):
Der Nervus nasociliaris ist ein sensibler Ast des N. ophthalmicus, der mit
seinem Endast (N. infratrochlearis) die Unterlidschleimhaut sensibel versorgt.
Die einseitig auftretenden Gesichtsschmerzen sind
gekennzeichnet durch unterschiedlich lang
an haltende
Schmerzattacken im
Bereich des inneren Augenwinkels mit regelmäßiger Ausstrahlung zur Orbita
(= Augenhöhle) und zum
Nase
n
rücken. Während des
Schmerzanfall
s kommt es oft zu einer Rötung und verstärkten Schweißsekretion im
Bereich der schmerzseitigen
Stirn
hälfte. Triggermechanismen sind beschrieben. Am Auge können entzündliche
Veränderungen vorhanden sein.
Die Therapie dieser
Gesichtsschmerzen orientiert sich an der des
Cluster-Kopfschmerz
es. Besonders zu
empfehlen ist die intranasale
(= in die Nase)
Oberflächenanästhesie mit z.B.
Xylocain-Spray®2%
(= ein mittellang wirkendes
örtliches Betäubungsmittel). Hilfreich sind oft auch Infiltrationen im Gebiet des Gangl
ion ciliare mit einem langwirkenden
Lokalanästhetikum oder
Stellatumblockade
n
(= Betäubungen einer
vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich).
Neck-tongue-Syndrom (Nacken-Zungen-Syndrom): Der Vollständigkeit halber muß unter Gesichtsschmerzen (chronische) auch dieses Schmerzbild aufgeführt werden (Schmerzen im Nacken und in der Zunge).
Chronische sekundäre
Gesichtsschmerzen:
Dieser Begriff bezeichnet chronische
Gesichtsschmerzen, die als Symptom
(= Krankheitszeichen)
auf eine faßbare organische Grundkrankheit zurückzuführen sind.
Chronische
Gesichtsschmerzen mit intrakranieller
(= innerhalb des
Schädels liegender) Ursache:
Nach Thoden (1987) sind 5% aller
paroxysmaler
Schmerzen
(=
Schmerzanfälle)
im
Trigeminus
-Bereich auf einen
Tumor, hauptsächlich im Bereich der Felsenbeinspitze zurückzuführen. Aber
auch ein Kleinhirnbrückenwinkeltumor oder ein Aneurysma
(= umschriebene, krankhafte
Wandausbuchtung eines Blutgefäßes)
der A. carotis interna
(= innere Halsschlagader)
im infraklinoidalen Bereich
(= im oberen Verlauf) kann
eine
idiopathische
Trigeminusneuralgie auslösen. Darüber hinaus ist bekannt, daß
ständiger mechanischer Druck auf die Trigeminuswurzel, z.B. durch eine
Gefäßschlinge, paroxysmale (= attackenförmige)
Schmerzen auslösen kann, aber nicht muß, denn bei Obduktionen
(= Leichenschau)
wurden entsprechende Befunde erhoben, ohne daß die Patienten zu Lebzeiten
an einer Trigeminusneuralg
ie gelitten hätten.
Die Therapie dieser sym ptomatische
n Gesichtsschmerzen
richtet sich logischerweise nach dem Grundleiden. Bei
Wurzelkompression (Nervenwurzelkompression)
durch ein Blutgefäß ist die Operationsmethode nach Janetta (1967) meist
erfolgreich. Präoperativ ist die Diagnose einer gefäßbedingten Wurzelkompression
durch NMR (= Magnetresonanz)
-Tomographie möglich. Bei persis tierenden
(= bleibenden)
Beschwerden ist das Mittel der Wahl wieder Pregabalin oder Gabapentin.
Selten treten at
ypische Gesichtsschmerzen,
also länger an
haltende Schmerzzustände bis hin zu
Dauerschmerz nach
einem
apolektischem Insult
(=
Schlaganfall)
auf. Daß es sich dabei nicht unbedingt um einen
Thalamusschmerz handeln muß, beweist die Tatsache, daß teilweise die
Gesichtsschmerzen auf eine Behandlung mit
Lokalanästhetika
(=
örtliche Betäubungsmittel)
ansprechen. Die Wirkung von Antikonvulsiva
(= krampflösende Mittel)
ist insgesamt unbefriedigend.
Chronische, sekundäre
Gesichtsschmerzen mit extrakranieller
(= außerhalb des Schädels liegender)
Ursache:
Eine Vielzahl möglicher Ursachen kann zu sym ptomatische
n Gesichtsschmerzen
führen: traumatische
(= verletzungsbedingte) und
entzündliche Prozesse, Affektionen
(= Erkrankungen)
im Bereich der
Nasennebenhöhlen,
Zahn - und
Kiefer
affektionen, Fehlfunktionen der
Kiefergelenke, aber
auch Affektionen in der Augenhöhle (z.B. Glaukom). Das Schmerzbild entspricht in
der Regel den atypischen
Gesichtsschmerzen.
Primär muß die Ursache therapiert werden, dennoch persistieren
(= halten weiter an)
häufig die Gesichtsschmerzen,
so daß dann die Therapiemaßnahmen zur Behandlung des primären atypischen
Gesichtsschmerzes versucht werden können.
Fehlfunktionen des
Kiefergelenk
es werden zu häufig als Ursachen von
Schmerzen im Temporalbereich
(=
Schläfe)
und im lateralen
Oberkiefer
diagnostiziert. Die veraltete Bezeichnung "Costen-Syndrom"
wird zunehmend durch den Begriff "Myofaziale
Dysfunktion" ersetzt. Häufig kauen die Patienten nur einseitig. Oft finden
sich bei der Auskultation
(= Abhorchen) beider
Kiefergelenke
unterschiedliche Okklusionsgeräusche
(= Verschlußgeräusche). Die
Kiefer
orthopäden verordnen häufig Aufbißschienen.
Schmerztherapeutisch bewährt hat sich die wiederholte
Infiltration der Kau
muskulatur
mit einem langwirkenden
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel),
ebenso die Infiltration der korrespondierenden Nervenaustrittpunkte im
Gesichtsbereich.
Vor allem in Hinblick auf ein mögliches Rezidiv
(= Rückfall) ist EMG-
Biofeedback
(= Registrierung und
Rückmeldung elektrischer Signale aus der
Muskulatur)
zu empfehlen.
Sekundäre
Gesichtsschmerzen bei systemischen Erkrankungen:
Bei ca. 8-15% aller Patienten mit
multipler Sklerose treten im Verlauf der Erkrankung Gesichtsschmerzen
auf, die wie eine
id
iopathische
Trigeminusneuralgie imponieren.
Zur
Schmerztherapie
sind zunächst Carbamazepin, Pregabalin oder Gabapentin Mittel der Wahl. Nach
unserer Erfahrung spricht dieser paroxysmale (= anfallsartige)
Trigeminusschmerz
auch sehr gut auf die Behandlung mit Lokalanästhetika
(=
therapeutische
Lokalanästhesie) an.
Seltener treten chronische
Gesichtsschmerzen im Rahmen einer
Polyneuropathie (Diabetes mellitus, alkoholtoxisch) auf. In der Regel
imponieren die Beschwerden wie
atypische Gesichtsschmerzen.
Meist ist mit Lokalanästhetika ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis zu
erzielen.
Chronische, entzündlich bedingte Gesichtsschmerzen
Schmerzzustände nach
Herpes Zoster (Gürtelrose):
Die so genannte
postherpetische Neuralgie
oder
postzosterische Neuralgie (PZN) kann im Bereich aller 3 Trigeminusäste
auftreten und Gesichtsschmerzen verursachen, bevorzugt jedoch im 1. Ast.
Die Patienten klagen in der Regel über einen
an haltenden, stechenden und
bohrenden
Brennschmerz mit
unterschiedlicher Intensität im Tagesverlauf. Meist bestehen im betroffenen
Nervenbereich Dys- und
Hypästhesien (=
verminderte und schmerzhafte Empfindungen).
Fast regelmäßig finden sich die typischen narbigen Abheilungen.
Weitere
Herpes zoster-Erkrankungen
im
Kopf /
Gesichtsbereich:
Zoster ophthalmicus und
Zoster oticus.
Die Therapie ist wie auch bei einer
Zoster-Neuralgie in
anderen Körperbereichen schwierig. Periphere
(= nicht im Gehirn oder
Rücken
mark ansetzende)
Schmerzmittel wirken in der Regel nicht
oder ungenügend. Deutlicher wirksam ist wie bei atypischen
Gesichtsschmerzen die Verordnung von
Antidepressiva, auch zur
Schmerzdistanzierung, evtl. in Kombination mit
Levomepromazin (Neurocil®). Am besten helfen sog. Antiepileptika
(= eigentlich Mittel
gegen die Fallsucht, aber auch bei diesen Schmerzen hilfreich).
Als erste Wahl gelten heute Gabapentin (Neurontin®) oder Pregabalin (Lyrica®),
als 2. Wahl Carbamazepin (z.B. Tegretal®).
Die beste therapeutische Wirksamkeit haben wir bei diesen chronische
n, sym ptomatische
n Gesichtsschmerzen mit der
Anwendung lang wirkender Lokalanästhetika (z.B. Bupivacain)
(= örtliches Betäubungsmittel)
gesehen. Die
Schmerztherapie
entspricht der des atypischen Gesichtsschmerzes, wobei die flächenhafte
Infiltration intensiver erfolgt. Bei Befall des ersten Trigeminusastes hat sich
besonders die kontinuierliche Blockade des Nervus supraorbitalis am Foramen
supraorbitale
mit Katheter bewährt. In manchen Fällen bringt die oberflächliche Behandlung
mit einem
Lokalanästhetikum
-Spray (z.B. Lidocain 2%) oder mit ASS in Äther gelöst vorübergehend
eine zufriedenstellende Schmerzlinderung. Diese Methode hat den Vorteil, daß der
Patient sie auch zu Hause selbst anwenden kann, unter Beachtung der
Höchstdosierung.
Hilfreich kann auch eine oberflächliche Kältebehandlung mit einem trockenen,
kalten Luftstrom sein (z.B. Kondensationsdampf aus flüssigem Stickstoff oder
elektrisches Kälteaggregat). Auch die Intermed
ius-Neuralg
ie
kann durch eine
Herpes zoster-Neuralgie
des
Ganglion geniculi
hervorgerufen werden. Im Gegensatz zu Gesichtsschmerzen nach
Herpes zoster
trifft diese
Schmerzkrankheit
vorwiegend Jüngere. Bei der Intermed
ius-Neuralgie
nach
Zoster-Erkrankung
scheint der paroxysmale
(= attackenförmige)
Schmerzcharakter abgeschwächt zu sein, zugunsten länger
an haltender, eher
episodenhaften atypischen Gesichtsschmerzen.
Auriculotemporalis-Syndrom:
Dieser Nerv gelangt zwischen
Kiefergelenk und
Meatus acusticus unter die Parotis
(=
Ohr
speicheldrüse),
wo er sich aufzweigt. Das Schmerzbild ist charakterisiert durch anfallsartig
auftretende
brennende Schmerzen
prä- und periaurikulär
(= vor und um das
Ohr
herum), vor allem an der
Schläfe.
Der Patient verspürt im betroffenen Bereich ein Wärme- oder Spannungsgefühl.
Diagnostisch richtungsweisend ist eine Hautrötung und Hyperhidrose
(= vermehrtes Schwitzen)
im korrespondierenden Hautbereich. In der Regel liegt anamnestisch
(= in der Vorgeschichte)
eine Parotiserkrankung
(= Erkrankung der
Ohrspeicheldrüse)
vor, meist entzündlicher Natur. Auch Verletzungen der Parotis sollen zu
diesen Gesichtsschmerzen führen können (Thoden 1987).
Gegen ein
aurikulotemporales Syndrom
helfen besonders wiederholte
Blockaden des
Nervus mandibularis durch die Incisura mandibulae
(= Einbuchtung des
Unterkiefer
s nahe am
Kiefergelenk) hindurch (in
der Fossa pterygopalatina; der N. auriculotemporalis ist ein Ast des N.
mandibularis und zweigt distal der Fossa ab) sowie flächenhafte Infiltrationen
im Ausbreitungsgebiet. In hartnäckigen Fällen sind
Stellatumblockade
n (= Blockaden
einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
zu empfehlen. Ist das Schmerzbild mehr at
ypischer Natur (nicht ausgesprochen
attackenförmig), kann auch ein
schmerz
distanzierendes
Antidepressivum versucht werden.
Anatomisch (= den Körperaufbau betreffend) bedingte Gesichtsschmerzen
Processus-styloideus-Syndrom (Eagle-Syndrom):
Das Schmerzbild ist gekennzeichnet durch länger
an haltende bohrende und
drückende halbseitige Gesichtsschmerzen, die oft mit
seitengleichen
Kopfschmerzen
vergesellschaftet sind. Als mögliche Ursachen gelten ein verlängerter
Processus styloideus
oder auch eine
Insertionstendopathie
(=
Sehnenerkrankung an
ihrem Ansatz).
Therapeutisch kann die Spitze des
Processus styloi
deus
(= verlängerter
Knochen
hinter dem
Ohr) operativ entfernt werden. Bei Bei
Insertionstendopathien
(= Störungen am Sehnenansatz)
können wiederholte Infiltrationen mit einem
Lokalanästhetikum,
auch mit Kortikoidzusatz hilfreich sein.
Kardial (= das Herz betreffend) bedingte Gesichtsschmerzen: Bei linksseitigen, atypischen Gesichtsschmerzen im Bereich des N. mandibularis sollte immer eine internistische Untersuchung erfolgen, unter besonderer Berücksichtigung der koronaren (= die Herzkranzgefäße betreffende) Durchblutungssituation. Meist besteht bereits eine entsprechende Medikation (= Medikamenteneinnahme). Nach Optimierung derselben klingen die linksseitigen Unterkieferschmerzen oft prompt ab. In diesem Falle handelt es sich um einen sog. Übertragungsschmerz.
Iatrogene (= durch ärztliche Einwirkung entstandene)
Gesichtsschmerzen:
Nach neurochirurgischen
Interventionen wegen Gesichtsschmerzen tritt in seltenen Fällen die
gefürchtete Anaesthesia dolorosa
(= äußerst schmerzhafter Sensibilitätsausfall)
auf. Diese kann auch noch Monate nach der Operation einsetzen.
Anfänglich bestehen Mißempfindungen, die sich allmählich ins Unerträgliche
steigern. Der Schmerzcharakter wird von den betroffenen Patienten oft mit
brennend und glühend bezeichnet, manchmal auch als "rohes Fleisch" im
Ges
icht.
Diese heftigsten, sym
ptomatische
n Gesichtsschmerzen
sind leider äußerst therapieresistent. Meist kommt man um die Verordnung von
Betäubungsmitteln nicht herum.
Wenn chronische Gesichtsschmerzen längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Jetzt noch gute Nachrichten für alle Schmerzpatienten
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf, in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik) Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: www.schmerzklinik.com/sozialgericht2 (Pressekommentar dazu: https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik) und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerzklinik.com/sozialgericht3.
Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st mit, dass alle gesetzlich Krankenversicherte mittlerweile einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen.
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
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Zu weiteren (fast allen) Schmerzthemen gelangen Sie hier: www.schmerzklinik.com/schmerzthemen (einfach nur anklicken)
Aktualisiert: >1.12.2007</> ku sB
www.gesichtsschmerzen.de
http://www.gesichtsschmerzen.de/oberkiefer-schmerzen
http://www.gesichtsschmerzen.de/orofaziale-schmerzen
http://www.gesichtsschmerzen.de/lippenschmerzen